Review zu Disney & Pixar „Hoppers“

Vorwort:
Als bekennender Fan der Disney Werke meiner Jugend hat man es mit den Schöpfungen der letzten Jahre nicht immer leicht. Ich mache keinen Hehl daraus, dass mein Glaube, meine Erwartungen und später Hoffnungen in den letzten Jahren mit zunehmender Heftigkeit Enttäuscht wurden.
Man beginnt zu hinterfragen:

  • „Werden die Filme schlechter? Liebloser? Emotionsloser?“
  • „Können die, oder wollen die keine Lieder mehr schreiben die einen vom Hocker reißen?“
  • „Ist das nur noch KI generierter Einheitsbrei?“
  • „Schaut sich das von denen keiner an, bevor es raus in die Welt geht?“
  • „Bin ich vielleicht einfach zu alt, als das mich diese Filme noch erreichen könnten?“

Die Beantwortung ist selten eindeutig möglich.
Jedenfalls habe ich meine Hoffnungen und Erwartungen in den letzten Jahren stetig gezügelt.
Umso erfreulicher ist, dass dies entweder funktioniert hat oder ein, wenn auch meiner Meinung nach leichter Aufwind bei dem neuen Disney Pixar Werk „Hoppers“ zu erkennen war.

Handlungsabriss:

Ein Film um die Liebe zu Tieren und Natur, in dem Gleichgültigkeit und Profitgier auf der einen und Entschlossenheit auf der anderen Seite stehen? Zugegeben nicht das aller neueste Konzept, doch nach wie vor immer einen Gedanken wert.
Die Protagonistin Mabel hat sich bereits in ihrer Kindheit für das Tierwohl eingesetzt.
Heute, mit 19 steht sie nun dem Bauvorhaben des Bürgermeisters gegenüber, der eine Umgehungsstraße bauen lässt und hierfür den alten Biberdamm sprengen lassen will.
Vergeblich versucht Mabel dies zu verhindern, aber aufgrund der Tatsache, dass das Gebiet von Tieren verlassen wurde hat sie keinerlei Handhabe gegen den Bauherren.
An der Spitze der Verzweiflung angekommen entdeckt Mabel an der Universität ein Wissenschaftsprojekt, welches ihr erlaubt ihr Bewusstsein in bester Avatar – Manier in eine Biberattrappe zu projizieren.
Damit ist der Plan klar.
Mabel muss einen wilden Biber finden und ihn überreden in das bedrohte Gebiet zurück zu siedeln um dem Bau der Straße Einhalt zu gebieten.
Dies ist jedoch leichter gesagt als getan, da auch der Bürgermeister mit harten Bandagen kämpft.
Schließlich muss es ja einen Grund haben, weshalb die Tiere den Ort überhaupt erst verlassen haben.
Mabel deckt mit ihren Freunden, dem Biberkönig George, der Bärendame Ellen und vielen anderen die verborgenen Machenschaften auf und stellt sich den finsteren Plänen entgegen.
Ob sie dabei erfolgreich ist?
Das müsst ihr selbst herausfinden.

Fazit:
Im Zweifel für den Angeklagten!

Trotz der Negativpunkte fand ich „Hoppers“ kurzweilig. Er hatte seine Lacher und der Charakter der Protagonistin war mir sehr vertraut (was daran liegen mag, dass es quasi meine Frau ist :D).
Ich glaube man hätte aus der Thematik emotional mehr machen können und wünsche mir liebevollere, detailliertere Animationen von einem Studio, von dem wir alle Wissen, dass sie es können.
Ich gestehe mir ein, dass ich vielleicht in einem Alter bin, in dem die „Früher war alles besser!“ Attitüde mir vielleicht vieles verleidet, was in der Lage ist, die „Jugend“ von heute ebenso zu begeistern wie die alten Klassiker zu ihrer Zeit mich.
Daher möchte ich „Hoppers“ nicht absprechen, die beabsichtigte Wirkung zu erzielen.
Die Thematik „Hab Respekt von der Natur“ geht immer und ist aktueller denn je.
Ich komme somit auf 3/5 Sternen.

Positives:

Lässt hoffen.
Der Film bietet keine Disney typische Musik oder Gesang. Ich finde es traurig dies zuzugeben, aber nach „Mufasa“ und diversen anderen der letzten Werke war ich hierfür bereits dankbar.
Er bietet einiges an Charme. Die Hauptfigur Mabel zeichnet das Bild eines Menschen mit Ecken und Kanten. Mit Zweifeln, Angst, Hass und Wutproblemen, der sich dennoch einer Sache voll verschreibt.
Entgegen steht ihr die Profitgier und das Geltungsbedürfnis des Bürgermeisters Jerry, der seine Umgehungsstraße realisieren will um sich die Wiederwahl zu sichern und hierfür die Tiere mittels akustischer Störgeräusche aus ihrem Revier vertreiben lässt.
Wie es immer so ist findet die Hauptfigur schnell Anschluss im bedrohten Reich der Tiere, erwirbt sich Respekt und steigt im Ansehen der Community auf dass ihr schließlich alle tatkräftig bei Ihrer Rettungsaktion unter die Arme greifen, woraufhin, nach einigen Verstrickungen schließlich sogar Jerry ein Einsehen hat, dass seine Tat falsch war.
Soweit so bekannt.

Mein erster Gedanke nach Hoppers war:


„Wenn sie mit dieser Idee vor 20 Jahren einen Film gemacht hätten, wäre vermutlich ein Meisterwerk der Filmgeschichte entstanden, bei dem bis heute kein Auge trocken bleiben würde:“


Negatives:

Ich habe immer stärker das Gefühl, die Menschen die hinter diesen Filmen stehen lieben nicht mehr was sie tun oder sind selbst schon gar nicht mehr mit den großen Meisterwerken von Disney aufgewachsen.
Ich erinnere mich an Gespräche bei denen es nur darum ging wie faszinierend manes fand, dass gezeichnete oder animierte Figuren eine solche Menge von Emotionen, Mimik und .. ja schlicht Tiefe haben können.
Sie konnten berühren. Man konnte wahre Sympathie zu einzelnen Charakteren aufbauen.
Mittlerweile dine ich die Animationen sehr lieblos und detailarm geraten.
Als ich die Rehe sah musste ich unweigerlich denken: „In die Knetfiguren der Serie Pingu ist mehr Liebe geflossen“
Die einzelnen Charaktere des Films sind, mit Ausnahme der Protagonistin leicht ersetzbare Pappkameraden deren Beweggründe und Charakter vermutlich auf ein Post-It passen würde.
Und ich bitte euch…. der Spitzenpredator „Hai – di“ und sein „großer Auftritt“…. Ab in die Ecke und schämt euch.



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