Mir begegnet immer wieder die Diskussion um die verschiedenen Desktopumgebungen unter Linux.
„KDE ist besser!„
„Nein, Gnome ist besser!„
„Wer keinen Tiling WM benutzt, kann eh nix!„
Es ist eigentlich keine andere Diskussion als die zwischen Windows, MacOS und Linux, oder die zwischen Köln und Düsseldorf.
Und meine ganz ehrliche Meinung hierzu ist:
In 99% der Fälle geht es nur um persönlche Präferenzen.
Ich für meinen Teil nutze am liebsten Gnome und habe mir schön mehr als einmal anhören dürfen:
„Warum nutzt man Linux, wenn man dann will, dass es wie MacOS aussieht?„
Mehr als ein müdes Lächeln kommt da nicht mehr bei rum..
Selbstverständlich gibt es einige Nischenzwecke für bestimmte Desktop Environments.
Aber selbst diese beschränken sich meiner Erfahrung nach in der absoluten Mehrheit der Fälle auf:
„Die Hardware ist sehr alt und schwach. Wir brauchen was Leichtgewichtiges.“
Eventuell kommen diese Situationen in nicht all zu ferner Zukunft wieder auf.
Wir sehen es zur Zeit bei den Preisen für RAM. Da wird mit dem schwächeren Arbeitsspeicher lieber nach Alternativen gesucht statt nachzurüsten.
Dennoch stellt sich mir die Frage:
„Wie viel Hardware ist wirklich noch im Einsatz, die es erfordert das Desktop Environment nach ressourcenschonenden Aspekten zu wählen?„
Und ich meine wirklich erfordert um zu funktionieren und nicht um das Ego des Nutzers zu streicheln.
Ich habe mich durch einige Umgebungen getestet in den 4 Jahren, die ich nun mit Linux Kontakt habe.
Meine persönlichen Erfahrungen hierbei:
- Arbeiten kann man prinzipiell mit allen
- Ich bin zu faul, um Hyprland, Sway oder i3 bis ins kleinste zu konfigurieren, finde es dennoch faszinierend, wenn jemand sich dort richtig auskennt und damit effizient arbeiten kann.
- KDE hat viele viele schöne Widgets und customizing Möglichkeiten, aber nach kurzer Zeit nehme ich die tollen Widgets eh nicht mehr wahr und stelle fest, dass ich vor lauter Begeisterung fürs Customizing zu nichts mehr anderem komme. Außerdem hab ich mich an meinem Design wenn ich endlich Komplett fertig bin sattgesehen und fange von vorn an.
- Gnome wirkt für mich clean und aufgeräumt, gefällt mir mit ein zwei kleinen Extensions (z.B. Open Bar) sehr gut und fordert nicht ständig wieder stundenlange Aufmerksamkeit um nochmal an jeder Stellschraube zu drehen.
Mein persönliches Fazit ist und bleibt:
Nehmt was euch gefällt, wenn ihr nicht einen der wenigen Anwendungsfälle habt, wo es wirklich was ausmacht.
